Mörikeschule Nürtingen, Grund- und Werkrealschule, Frickenhäuser Str. 2, 72622 Nürtingen
  • Berufsorientierung

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Seit dem Schuljahr 2015/ 2016 gibt es an der Mörikeschule Nürtingen 5 feste Vorbereitungsklassen, zum besseren Verständnis für alle Beteiligten werden sie bei uns Deutschklassen genannt. Die Deutschklassen gehören mittlerweile fest zur Schule und werden meist bei den alltäglichen Routinen des Schulalltags (z.B. Besuch der Schulzahnärztin usw.) automatisch mit berücksichtigt. Da mittlerweile in fast allen Regelklassen Kinder sind, die einmal eine Deutschklasse besucht haben, betrifft das Thema der "Seiteneinsteiger" die komplette Schule.

Neuankömmlinge werden ungefähr dem Alter und der schulischen Vorbildung entsprechend diesen Klassen zugeteilt:

Klasse

Lehrerin

Besonderheiten

Deutschklasse 1, DK1

Frau Brückner

Schüler der Schuleingangsstufe, evtl. auch ältere Kinder, die noch nie in der Schule waren

Deutschklasse 2, DK 2

Frau Bürkle, Frau Collins

entspricht ca. Klasse 3-4

Deutschklasse 3, DK 3

Frau Mahler

entspricht ca. Klasse 5-6

Deutschklasse 4, DK 4

Frau Gansauge

entspricht ca. Klasse 6-7

Deutschklasse 5, DK 5

Frau Rommel, Frau Komenda

entspricht ca. Klasse 7-10


Die Übergänge sind recht fließend, es ist auch möglich, dass ein Kind in den ersten Tagen noch wechselt. Allerdings wird auch darauf geachtet, dass die Klassen möglichst ähnlich „ausgelastet“ sind.

Die Deutschklassen der Grundschule haben 18 Stunden Unterricht, die der WRS 25 Stunden.

Unser Netzwerk

Im Laufe der Zeit konnten wir für die Deutschklassen ein umfangreiches Netzwerk spinnen, das sich ständig verändert.

Beispielsweise beteiligt sich unsere Schulsozialarbeit an der Arbeit in den Deutschklassen. Nicht nur der Sportbereich in den Grundschulklassen, sondern auch zahlreiche andere Aktivitäten werden unterstützt. Bei Elterngesprächen stehen die Schulsozialarbeit als zusätzliche Gesprächspartner zur Verfügung.

Zusätzlich absolviert sie mit jeder Deutschklasse ein kompetenzorientiertes Gemeinschaftsprojekt, um die Schüler besser in den Schulalltag und das Leben in Deutschland zu gewöhnen und ihnen den Einstieg zu erleichtern. Sozialkompetenzen werden durch gemeinsame Aktivitäten geschult und verbessert.

Zudem gibt es die Kunsttherapie für traumatisierte (Flüchtlings -) Kinder. Das genaue Konzept dieser sehr wertvollen Arbeit durch Frau Raber – Urgessa kann an der Schule erfragt werden.

Der Verein Lillebror unterstützt uns dabei, die Kinder mit allen für die Schule notwendigen Materialien zu versorgen. In diesem Bereich werden wir auch durch die Diakonie und viele „Schulranzenspender“ tatkräftig unterstützt. Es ist fast immer möglich, die Kinder mit Schulranzen und gefüllten Mäppchen zu versorgen.

Seit dem Schuljahr 2015/2016 gibt es zusätzlich zwei weitere Projekte, die die Schüler der Deutschklassen unterstützen sollen.

Zum Einen haben wir die Möglichkeit, Schülern, die nicht schwimmen können, das Schwimmen beizubringen. Dafür hat ein Mitarbeiter der Schulsozialarbeit, Uwe Schietinger, einen Schwimmschein erworben und übt nun mit Kleingruppen in einer kleinen Schwimmhalle in Nürtingen, bisher hauptsächlich Grundschüler.

In der Werkrealschule gibt es seit dem Schuljahr 2016/2017 ein Kompetenzlaboratorium, das mit dem Kreisjugendring Esslingen und der Hochschule Esslingen durchgeführt wird. Hierbei kommen Studierende der Hochschule Esslingen in die Klassen und führen das Projekt über mehrere Wochen mit den Schülern durch. Dabei lernen die Schüler ihre eigenen Stärken kennen und schätzen. Durch das Projekt beginnen sie sich mit sich selbst und anderen auseinander zu setzen. Außerdem hilft es den Schülern ihre Zukunft in die Hand zu nehmen und sich für einen zukünftigen Lebensweg zu rüsten. Das Projekt wurde durch die Bildungsstiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen 2015 als anerkennend prämiert.

Die inhaltliche Konzeption der Deutschklassen

Im Groben lässt sich unsere Arbeit in 4 Phasen einteilen:

Phase 1: Ankommen

Neu in Deutschland, neu in der Schule (z.T.), neu in der Klasse

 

Phase 2: Eingewöhnung

Neue Sprache, neue Arbeitsformen, neue Schrift, neues Arbeitsmaterial

 

Phase 3: Sicherheit

Neue Sprache, neue Lerninhalte, einigermaßen bekannte Lernumgebung

 

Phase 4: Öffnung und Abschied

Regelklasse oder Rückkehr


Die einzelnen Phasen können bei jedem Kind unterschiedlich lange dauern. Wir bemühen uns, jedem Kind individuell gerecht zu werden. Der Sprachstand wird fortlaufend beobachtet, jedoch erst nach einigem Lernzuwachs (mehr als nur bruchstückhafte Äußerungen) diagnostiziert.

Wir als Deutschklassenlehrerinnen bemühen uns um Fortbildung. Frau Brückner und Frau Rommel bieten Fortbildungen auf Schulamtsebene an, an denen die anderen Kolleginnen teilnehmen. Außerdem gibt es einen regen Austausch zwischen allen Kolleginnen. Schulinterne Fortbildungen auch für die Kolleginnen der Regelklassen werden angeboten.

Für die Schüler bieten die Deutschklassen einen verlässlichen Ort in der Zeit ihrer Ankunft in einem fremden Land.

 

Übergang in die Regelklasse

Grundsätzlich gilt: Der Lehrer der Deutschklasse entscheidet über einen geeigneten Zeitpunkt der Integration, allerdings IMMER in Absprache mit den betreffenden Lehrkräften der Regelklasse!

Der Zeitpunkt ist flexibel und kann individuell festgelegt werden. Dabei sollten jedoch auch der Schuljahresverlauf und die Gegebenheiten der betreffenden Klassen im Auge behalten werden. Von einer vollständigen Integration, ohne vorherige stufenweise Eingliederung, ist grundlegend abzuraten! Zuerst beschränkt sich die Integration auf die sprachärmeren Fächer, damit sich die Schüler und Schülerinnen an die neue Klasse gewöhnen können. Anschließend folgt je nach Kenntnisstand und Interesse die weitere Integration in Absprache mit DK-Lehrer, Regelklassenlehrer und Schulleitung.

Je nach Interessenlage und Können der Schüler ist auch eine andere Reihenfolge denkbar und sinnvoll.

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